Unter Biobanking versteht man den Prozess, bei dem biologische Proben des Menschen für die Forschung oder künftige Forschung gesammelt, organisiert und systematisch aufbewahrt werden.

Zu den Proben gehören menschliche Gewebeproben oder Körperflüssigkeiten, wie Urin, Speichel usw. In Biobanken werden auch verschiedene Daten wie Größe, Gewicht und gesundheitsrelevante Informationen wie Familiengeschichte und Lebensstil gesammelt.

Je nach Studie können biologische Proben des Menschen für medizinische Forschungszwecke unbegrenzt aufbewahrt werden.

Die in Biobanken gesammelten Daten sind eine wichtige Ressource für die Gesundheits- und Wissenschaftsforschung und das Verständnis menschlicher Krankheiten.

Die Entwicklung des Biobankings

Biobanken haben sich von ihren bescheidenen Anfängen als kleine, vorwiegend an Hochschulen angesiedelte Sammlungen, die für den Bedarf von Forschungsprojekten entwickelt wurden, exponentiell entwickelt. Nach und nach haben sie sich zu institutionellen und staatlich geförderten Biobanken, kommerziellen Biobanken, bevölkerungsbezogenen Biobanken und virtuellen Biobanken entwickelt. Auch die für Biobanken gesammelten Daten haben sich von einem einfachen Erfassungs- und Diagnosedatum zu umfassenden Informationen entwickelt, die den Phänotyp eines Teilnehmers, genetische oder andere Informationen umfassen.

Die Einrichtung von Bildgebungs-Biobanken ist eine relativ neue Entwicklung in der Datenerfassung. Bildgebende Biobanken sind eine Datenbank mit medizinischen Bildern - z. B. aus der Radiologie oder dem Ultraschall -, die Forschern helfen können, neue bildgebende Biomarker für eine Diagnose zu definieren oder zu validieren. Die gemeinsame Nutzung dieser Art von Bildern ist ein wichtiger Bestandteil von klinischen Studien, Forschung und Ausbildung.

Heute sind ethische Fragen wie das Modell der informierten Zustimmung, das Eigentum an Proben, Vetorechte und die Nachhaltigkeit von Biobanken drängende Themen. Internationale Organisationen wie die Biomolecular Resource Research Infrastructure (BBMRI) spielen eine Rolle bei der Vereinheitlichung unterschiedlicher Biobankprinzipien und unterstützen nationale Biobankaktivitäten.

Warum ist Biobanking so wichtig?

Kurz gesagt, Biobanken sammeln biologisches oder digitales Material mit gut annotierten biologischen und klinischen Daten des Menschen. Organisierte nationale Biobank-Forschungsinfrastrukturen ermöglichen groß angelegte Analysen zur Identifizierung bestimmter Biomarker für Krankheiten.

Mit anderen Worten: Biobanken dienen als Bibliothek für medizinische Forscher und haben zu vielen Forschungsstudien beigetragen, die zu wichtigen Entdeckungen in der Genforschung geführt haben.

So nutzten Forscher beispielsweise Proben aus Biobanken, um mehr über sichere und wirksame Medikamente zur Behandlung von Herzkrankheiten zu erfahren. Biobanken haben auch dazu beigetragen, die medizinische Forschung voranzutreiben, die genetische Veränderungen untersucht, die das Risiko einer Person für bestimmte Krebsarten, Osteoporose oder Asthma erhöhen können.

Wenn bei der Entnahme von Proben auf eine angemessene Qualitätskontrolle geachtet wird, sind moderne Biobanken ein wichtiger Bestandteil der Krankheitsdiagnose und -prognose.

Wie kommen die Proben in eine Biobank?

Bewährte Praktiken für Biobanken beginnen mit der Berücksichtigung der Menschenwürde bei der Probenentnahme, wozu auch die informierte Zustimmung gehört.

Bevor eine Probe in die Biobank aufgenommen wird, muss die Einwilligung des Probanden (oder seines gesetzlichen Vertreters) nach Aufklärung erteilt werden. Alle mit der Probe verbundenen persönlichen Daten wie Name und Adresse sind geregelt, und die Proben werden codiert, um die größtmögliche Anonymität des Spenders zu gewährleisten.

Proben werden in der Regel von medizinischem Fachpersonal oder klinischem Personal während eines Krankenhausverfahrens entnommen. Nach Laboruntersuchungen und Operationen bleiben manchmal Proben von Blut, Urin, Stuhl, Speichel oder menschlichem Gewebe übrig. Sofern die betroffene Person ihr Einverständnis gegeben hat, werden die Proben in die Bank aufgenommen.

Die Proben werden entweder gekühlt oder eingefroren, bevor sie zur Verarbeitung und Lagerung an die Biobank weitergeleitet werden. Während der gesamten Lebensdauer der Probe wird die Temperatur der Probe genau überwacht, um die Qualität und Lebensfähigkeit der Probe sicherzustellen.

Probenlagerung im Biobanking

Angesichts der entscheidenden Rolle, die das Biobanking in der wissenschaftlichen Forschung spielt, ist eine sichere Lagerung, die die Unversehrtheit der Proben langfristig schützt, unerlässlich.

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